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Das Leben als letzte Gelegenheit
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Gronemeyer, Marianne

Das Leben als letzte Gelegenheit

Sicherheitsbedürfnisse und Zeitknappheit

ISBN: 9783534263981

Hardcover

Buch

Erscheinungsdatum: 12. Dezember 2013

Sofort lieferbar

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19,90 €

auch erhältlich als:

eBook EPUB
ab 15,99 €

Beschreibung

5., unveränd. Aufl. 2014. 179 S. mit Bibliogr. und Reg., 12 x 19 cm, Fadenh., geb.

Programmlinie: Wissen Sachbuch

»Am Beginn der Moderne«, so Gronemeyer, »wird das Leben als biologische Lebensspanne konstituiert. Es wird buchstäblich zur einzigen und letzten Gelegenheit, nicht für die Rettung der Seele, sondern für die Anhäufung von Lebenskapital.« Das Leben gerät unter das Gesetz der Akkumulation, es wird panisch. Neben den Tod tritt ein anderer, beinah noch ärgerer Widersacher des Lebens: das Versäumnis. Die Anstrengung des modernen Menschen hat seitdem drei Stoßrichtungen: Das Leben muss sicherer wer...


  • ISBN: 9783534263981
  • Auflage: 5
  • Hardcover
  • Sprache: Deutsch

Porträt

Gronemeyer, Marianne

Marianne Gronemeyer, geb. 1941, war Professorin für Erziehungswissenschaft an der Fachhochschule Wiesbaden.

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Alle Titel des Autors

Beschreibung

Marianne Gronemeyer sieht den Beginn der Moderne im 14. Jh. und somit in der Zeit der großen Pestepidemien. Der Tod zeigte sein lebensverneinendes Gesicht, wurde als unabänderliche Naturgewalt erfahren. Er verlor angesichts des Grauens seine heilsgeschichtliche Bedeutung und forderte seine Bekämpfung heraus. Die Anstrengung des modernen Menschen hat seitdem drei Stoßrichtungen: Das Leben muss sicherer werden, es muss schneller werden und das Fremde muss getilgt werden.

Die große Presseresonanz und die hohen Verkaufszahlen dieses Buches zeigen, wie sehr die Autorin einen empfindlichen Nerv unserer Zeit trifft. Am Beginn der Moderne, so schreibt sie, wird das Leben als biologische Lebensspanne konstituiert. Es wird buchstäblich zur einzigen und letzten Gelegenheit; nicht für die Rettung der Seele, sondern für die Anhäufung von Lebenskapital. Das Leben gerät unter das Gesetz der Akkumulation. Es wird panisch. Neben den Tod tritt ein anderer, beinahe noch ärgerer Widersacher des Lebens: das Versäumnis.

Gronemeyer, Marianne

Marianne Gronemeyer, geb. 1941, war Professorin für Erziehungswissenschaft an der Fachhochschule Wiesbaden.

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Das Lob der Presse

»Von allen Lebenstatsachen ist die verlässlichste der Tod. Doch die Einstimmung auf das Unvermeidliche mitten in den heitersten Lebenstagen setzt Einkehr voraus, ein Innehalten von Zeit zu Zeit, Selbstdistanz und philosophische Neigung: ›Philosophieren heißt sterben lernen‹, sagt Montaigne. Wahr ist freilich, dass die moderne Medizin über ein Instrumentarium zur Lebensoptimierung und -verlängerung verfügt, das den Frankensteins unter ihren Vertretern Anlass zu den krudesten Versprechungen gibt ... (Marianne Gronemeyer) beschreibt die ›nachmetaphysische Todesangst‹ als Ursache und ›übermächtige Antriebskraft der modernen Zerstörungsbereitschaft‹, als dunklen Grund eines Fortschrittsdenkens, das sich die Ausschaltung des Zufalls zum Ziel gesetzt hat ... Marianne Gronemeyers Darstellung der ethischen, psychologischen, ökologischen und ökonomischen Folgen cartesianischer Weltvernutzung ist überaus anschaulich geschrieben. Dass die Autorin gerne und ausführlich zitiert, dass ihre Zivilisationskritik über weite Strecken nacherzählt ist, tut ihrem Werk keinen Abbruch. Im Gegenteil: gehört doch einige Kunst dazu, so profilierte Geister wie Günther Anders, Hans Blumenberg, E. M. Cioran, Ivan Illich, Peter Sloterdijk und Paul Virilio in ein scharfsinniges Gespräch zu verwickeln.« Psychologie heute

»Während der Pestepidemie im 14. Jahrhundert zeigte sich der Tod mit so hässlicher Fratze, dass die Menschen in Panik vor ihm davonzulaufen versuchten. Mit allen Mitteln bemühen wir uns seitdem, unsere Lebensspanne abzusichern und so intensiv wie möglich zu nutzen. Die Errungenschaften der Moderne entsprangen nicht in erster Linie kühnem Forschergeist, sondern diesem Erschrecken. Mittlerweile hat die Angst, etwas zu versäumen, den Tod als ärgsten Widersacher des Lebens abgelöst. Es kostet gewiss Kraft, den Verlockungen der Medienwelt zu entsagen und sich der Lektüre dieses Büchleins zu widmen. Aber es lohnt sich.« Die Woche

»Da die moderne Zeiteinteilung die Lebensdauer in den Mittelpunkt rückt, wird der Mensch von Versäumnisangst gepeinigt, die er mit beschleunigter Geschwindigkeit zu bezwingen sucht. Um Zeit und mit ihr Leben zu gewinnen, muss die Realität effizient und griffbereit arrangiert werden; alle verfügbaren technischen und sonstigen Möglichkeiten profitabel genutzt und vermehrt, jegliche Zeitvergeudung und unnütze Strapaze ausgetilgt werden. Um die Differenz zwischen den zahllosen Beglückungsmöglichkeiten der Welt und der kurzen Lebenszeit zu verringern, ist Eile geboten.

Erkennen wir uns darin schmerzlos wieder? Dass dieses hedonistische Programm oberflächliche und unverbindliche Umgangsformen zur Folge hat, menschliches Verhalten verarmt und verroht und den Blick auf die Gegenwart kalt und apathisch macht, daran scheint man sich inzwischen weitgehend gewöhnt zu haben. Das Buch ist ein Schlüsselbeitrag, dieser Gewöhnung in den Weg zu treten, indem es überhaupt den Blick darauf lenkt und versucht, deren Ursprünge und Motive offenzulegen.« Ethica

»Das Buch überrascht durch seinen Universalschlüssel, um Zeit zu deuten, Zusammenhänge zu zeigen, Wege zu weisen. Faszinierend ist der Stil: eine Sammlung scharf gestochener Sentenzen ... Nützlich das Register und eine weitläufige Bibliographie. Schließlich die Überraschung: Warum ist eine so souverän gescheite Autorin weithin unbekannt. Die Bekanntschaft lohnt.« Rhein-Zeitung

»Marianne Gronemeyer hat ein spannendes kulturhistorisches und zugleich kulturkritisches Buch geschrieben: eine Reflexion über den Tod und das Leben ... Gronemeyer fordert eine Neujustierung unseres Lebensgefühls auf der Grundlage ihrer Interpretation unserer Zeitkultur. Ein origineller Ansatz und eine spannende, anregende und lohnende Lektüre.« Forum

»Gronemeyer zeichnet auf stilistisch brillante Art nach, wie die jeweilige Einstellung einer Gesellschaft zum Tod auch ihre Einstellung zum Leben verändert.« Bestattungskultur von Kerstin Gernig)